Montag, 30. September 2013

Conny Zuseh: Offshore-Einsatz.


Ein Motorboot bahnt sich seinen Weg übers Meer. In der Ferne ist eine Ölbohrinsel auszumachen. Das Boot passiert eine Glockenboje, ein Schild verkündet: "Drei-Meilen-Grenze. Sie verlassen den Hochlohnsektor." Im Heck des Bootes sitzt ein verärgerter IT-Experte, unser Conny Zuseh, und sinnt über das Gespräch nach, in welchem er in die augenblickliche Situation geschlittert war: "Wie sieht's aus, Zuseh?! Sind Sie bereit, offshore Software zu entwickeln? Virensicher? Wasserdicht? ... Augenblick, Chef! werde ich das nächstemal sagen. Erst erklären Sie mir alle Nebenbedeutungen der englischen Vokabeln, die Sie benutzen!" (2006).

Conny Zuseh: offshore deployment. A boat makes its way across the sea. In the distance, an oil rig can be discerned. The boat passes a bell buoy and a sign proclaims. "Three-mile limit -- you leave the high-wage sector." In the stern of the boat sits a disgruntled IT expert, our Conny Zuseh, and speculates about the conversation in which he was slipped into the current situation: "How about it, Zuseh?! Are you prepared to develop software offshore? Virus safe? Waterproof? ... Just a moment, boss! -- I will say the next time -- not until you tell me all the connotations of the English vocabulary you use! " (2006).

Freitag, 27. September 2013

Jurassic Contact: Das kollektive Gedächtnis der Saurier.


Ein Comic aus dem Jahr 1994. Format DIN A 4, Federzeichnung auf Papier. Seite 1 von 2. Fortsetzung weiter unten. Idee: Tatjana Nikitsch. Story und Zeichnungen: Götz Wiedenroth.

TV-Moderator: "Äh ... willkommen, liebe Zuschauer! Wir präsentieren Ihnen heute aufsehenerregende Bilder aus der Urzeit!" Bilder aus dem Gedächtnis der Saurier! ... Frau Dr. jur. As-Sik, Sie sind die Leiterin des Forschungsprojekts! Bitte sagen Sie uns: Wie kam es, daß ..."

As-Sik: "Ganz einfach! Aus den versteinerten synaptisch-cerebralen Cyto-Neuro-Codierungen wurden im ersten Schritt jene DNA-Sequenzen synthetisiert, die das kollektive Gedächtnis der Saurier ..."

TV-Moderator unterbricht: "Aber sehen Sie selbst!"

Diplodocus-Dame erscheint auf dem Computerbildschirm: "Hi! Ich bin Gaby. Eine gutgewachsene Diplodoca. Auch Saurier-Hüftknochen sind nur begrenzt belastbar! Hüstel. Darum achte ich auf mein Gewicht. Machen Sie auch mit:"

Ein Plakat wird eingeblendet: Ran an den Speck. Runter auf 12 Tonnen. Ruf: 2 mal lang, 4 mal kurz.

Trachodon erscheint auf dem Bildschirm: "Hallo, Pflanzenfresser! Sie kennen das alle! Zusätzlich zum Futterstreß stellt Ihnen irgend ein Tyranno nach. Und abends kommt man auf allen vieren nach Haus. Machen Sie's wie ich. Dieses Buch hilft Ihnen weiter. Jetzt erhältlich."

Saurierpfote hält ein Buch ins Bild: G. Brachio. Entspannung nach der Flucht. Ernährung, Atmung, Autogenes Training.

Stegosaurus erscheint auf dem Bildschirm. Trägt einen Anstecker mit der Aufschrift: Tyranno go home, ferner ein Peace-Zeichen eintätowiert über dem hinteren Oberschenkel. Er sagt: "Leute! Wir stehen mit unserer Zeit tief in der Kreide! Wir müssen umkehren! Wir autonomen Saurier wissen, was Sache ist. Zögert nicht länger, Leute! Seid dabei nächsten Mittwoch!"

Ein Plakat wird eingeblendet: No-future-Demonstrationszug. Alle Saurier sind eingeladen! Nieder mit dem Evolutionswahnsinn! Happy Dino Movement.

Folgt Seite 2 von 2:


Allosaurus erscheint auf dem Bildschirm: "Ich bin ein Allosaurier. Als ich klein war, habe ich meiner Mutti versprochen, nie Fleisch zu fressen. 'Alle Saurier sind Brüder' hat sie mir immer gesagt! -- Gestern hab' ich's doch getan! Ein armer Pachy ... Pacy ... Pachycepha ... (ich hab' den Namen schon vergessen) hat dran glauben müssen. Schäme mich so! Buhuuu!"

Ein Plakat wird eingeblendet: Machen Sie Ähnliches durch? Wir sind für Sie da. Selbsthilfegruppe "Schwaches Fleisch". Auch in Ihrer Nähe.

Es erscheint auf dem Bildschirm ein Kinosaal mit Saurierkindern in den Sitzreihen. Die kleinen Saurier blicken schreckensstarr, ihre Augen sind von Entsetzen geweitete. Dann wird das Gesicht eines Saurier-Wissenschaftlers eingeblendet. Er trägt eine Brille und steht vor einer Bücherwand, in der Titel wie "Mit dem Saurier auf Du" oder "Saurier-Pädagogik" zu sehen sind. Der Wissenschaftler: "Möchten Sie Ihr Junges so leiden sehen? Sicherlich nicht. Darum seien Sie verantwortungsvoll und lassen Sie Ihr Kind nicht in diesen Film gehen!" Gezeigt wird ein Filmplakat mit dem Titel "Humano Park". Darauf ein menschliches Skelett im Profil und Silhouette, ein böse grinsendes Auto, ein rauchender Fabrikschornstein, ein Hochhaus und ein Atompilz.

Triceratops erscheint auf dem Bildschirm: "Servus! Ich bin Graziella! Jahrelang habe ich mich nur um Kindererziehung gekümmert. Sicher ähnlich wie ihr! Ich möchte nun mit Euch einen Traum wahrmachen, Schwestern! Ballett! Erstes Treffen nächste Woche bei mir! Man sieht eine Riege Triceratops-Damen im Tütü beim anmutigen Tanz der Tonnen.

Eine Gruppe langzähniger Fleischfresser-Saurier wird eingeblendet: "Hallo Freaks! Wir sind eine Gruppe junger Raubsaurier! Am kommenden Wochenende wollen wir mit euch so richtig Spaß haben ... mit unserer Zeitmaschine können wir beliebig neue Zeitalter und Zivilisationen ... hähä ... erkunden! Klaro, Carno? Habt ihr Blut geleckt? Dann meldet Euch ..."

Besorgt dreinblickend stehen der TV-Moderator und Dr. jur. As-Sik vor dem Bildschirm. Es folgt die Abmoderation: "Und mit diesen Bildern zurück in die Heiz-, äh, Sendezentrale!"

(1994)



Donnerstag, 26. September 2013

Sonntagsrede des Bundesgesundheitsministers Dr. plag. Falschprang-Heuchelnuss.

Der Herr Minister steht am Rednerpult und läßt nach geübter Gewohnheit jene Wortstanzen vom Stapel, die sein kopfzahlstarker, steuerfinanzierter Stab zuvor gründlich auf politische Korrektheit geprüft hat. Gerade poltert er zum Jahr des Schulsports den Satz in die Mikrofone: "Glaubt mir - ohne Sport wird man träge, dick und unbeweglich!" Da er sich eng ans Manuskript zu halten gewohnt ist, verfügt er nicht über die Beweglichkeit, auf das Offenkundige zu reagieren. Offenkundig ist nämlich, daß seine Zuhörer über das Träge-, das Dick- und das Unbeweglichwerden überhaupt keiner Belehrung bedürfen, sondern darin ebenso erfahren sind wie Herr Minister selbst. Die Sporthalle hinter seinem Rücken ist wegen Lehrermangels geschlossen. Dieser Mangel beruht auf fehlenden Steuermitteln, die nicht weg sind, sondern nur woanders. Zur Stunde werden sie mit gigantischen Stundensätzen in der Erarbeitung eines Konzepts für Flugapparate verbraucht, die ohne Pilot auskommen und ferngesteuert in der Lage sind, irgendwelche Menschen vermittels diverser abgeworfener Sprengstoffe in Matschklumpen aus Fleisch, Knochen und Blut zu verwandeln oder wahlweise diese Menschen vermittels diverser Lauschapparaturen ihrer privatesten, intimsten Geheimnisse zu berauben, um diese so gewonnenen Geheimnisse anschließend in staatliche, steuerfinanzierte Auswertestäbe einzuspeisen. Die drohnenmäßig abeschöpften Geheimnisse übers Dicksein und Dickwerden der bespitzelten Menschen beispielsweise ermöglichen es dann unserem rundlichen Plagiatsdoktor, mit ministerialer Autorität, aber auch politisch korrekt über die Unverzichtbarkeit des Schulsports zu faseln. Wie könnten wir darauf verzichten! (2002).


Fine speech by Federal Minister of Health Dr. plag. Falschprang-Heuchelnuss.
The Minister stands at the pulpit speaking those empty phrases, which his tax-financed staff (with numerous headcount) has checked thoroughly in respect of political correctness before. Appreciating the Year of School Sports he just rumbles his phrase on the microphone: "Believe me - without sports you will get sluggish, thick and immobile!" Since he is used to keep closely to the manuscript, he does not have the agility to respond to the obvious. It's obvious, namely, that his listeners do not need any instruction on becoming sluggish, thick and immobile, but are equally adept in these things as the Minister himself is. Behind his back the sports hall is closed for lack of teachers. This deficiency is due to lack of tax money that, however, is not gone, but just somewhere else. Right now it is consumed with gigantic hour consumption in the development of a concept for aircrafts that do not need a pilot and are, controlled remotely, capable of transforming any human into mud lumps of flesh, bones and blood by means of various explosives, or, alternatively, of depriving these people by means of various eavesdropping equipment of their most private, most intimate secrets and then of injecting these secrets into governmental, tax-funded evaluation staffs. That way officially gained secrets about people becoming fat and obese for example enable our chubby plagiarism doctor to babble with ministerial authority, but also politically correct about the indispensability of school sport. How could we do without it! (2002).

Mittwoch, 25. September 2013

Smartphone torpediert Flirtversuch.

Im Straßencafé. Der dickbebrillte, picklige junge Mann, der sein Leben im wesentlichen der Beschäftigung mit Computerdingen widmet ("Nerd"), nimmt allen Mut zusammen und nutzt die sich bietende Gelegenheit zur Ansprache einer hübschen jungen Frau. "Ähm ... Ihr Armband ... ist eben runterge ..." Doch weiter kommt er nicht und wird es wohl auch nicht mehr, denn in diesem Moment plärrt die Ansage seines smartphones mit der Servicemitteilung eines Anbieters dazwischen: "Nachricht von der Hotline: Ihre Sex-Video-App läuft jetzt ruckelfrei!" (2012).

Smartphone torpedoes attempt at flirting. In a street café. The pimply young man with thick glasses who devotes his life essentially to dealing with computer things ("nerd"), takes all his courage and uses the available opportunity to address a pretty young woman. "Um ... your bracelet ... has just fallen ..." But he doesn't continue and will probably not more, because at that moment his smartphone blares an announcement from a service provider: "Message from the hotline: Your Sex Video App is now running smoothly" (2012).

Dienstag, 24. September 2013

Presto.


Zum Abregnen bitte Knopf drücken.

Bedienarmatur einer Duschsäule für Badegäste, Hamburger Hallig, Nordfriesland, Nordseeküste. August 2013.



Presto. 

Please press the button for releasing water.

Armature on a shower column for bathers, Hamburger Hallig, North Frisia, German North Sea coast. August 2013. 



Montag, 23. September 2013

Körperpflegestandards im Rokoko (ca. 1730-1780).


Nachmittagskonversation eines Paars, gehobene Gesellschaftsschicht. Allerlei Ungeziefer, Flöhe, Wanzen und anderes Getier, bewegt sich aus der Hochperücke der Dame zur Perücke des Herrn. Eifrig mit ihrem Fächer wedelnd fragt sie ihren Gemahl: "Hast du eine frische Flohfalle angelegt, Liebling?" (2003).

Personal care standards in the Rococo (ca. 1730-1780). Afternoon conversation of a couple, upper class of society. Swarms of flies, fleas, bed bugs and other animals are moving from the lady's high wig to the wig of the Lord. Eagerly wagging her fan she asks her husband: "Have you put on a fresh flea trap, darling?" (2003).

Freitag, 20. September 2013

Blitze zucken. Ströme fließen. Leben regt sich im Container.

Am Recycling-Sammelcontainer für Elektro-Kleingeräte. Durch Kabel, Platinen und Schaltkreise fließen Ströme, gespeist aus der aufgeladenen Außenluft. Magnetismus, Felder, Motoren treten in Aktion, Stränge verschnüren sich, verknoten sich, Kupplungen verkuppeln sich. Aus der Ursuppe weggeworfener Geräte entsteigt neues Leben, aus dem Chaos organisiert sich der elektrische Golem. "Ah- die ganze Zeit schon so eine Gewitterluft! Man steht ja förmlich unter Strom ... da braut sich bestimmt gerade etwas Finsteres zusammen!" (2013).

Lightning flashes. Currents flow. Life stirs in the container. At recycling collection containers for small electrical appliances. Currents flow through cables, mother boards and circuits, fed from the charged air outside. Magnetism, fields, motors go into action, strings tie into knots, intertwining happens, clutches connect with each other. From the primeval soup of littered devices new life emerges, from chaos the the electric golem organizes himself. "Ah, the whole time such a sultry air! One feels like being under an electric current ... something sinister is brewing there for sure!" (2013).

Donnerstag, 19. September 2013

Ein kranker Mann rief im Medizin-Call-Center an, und dann ...


Call-Center-Mitarbeiterin: "Mein Herr, trotz ihrer schwachen Stimme, ihrem Kopfweh und ihrem Gliederreißen ... könnte es sein, daß ihre tödliche Krankheit nur ein Schnupfen ist?"

Reaktion aus der Leitung: "WIE-KÖNNEN-SIE-ES-WAGEN?"

(2012)


A sick man phoned the medical call center, and then ...

Call Center Associate: "Sir, despite your weak voice, your headache and your rheumatism ... could it be that your fatal illness is just a cold?"

Reaction from the line: "HOW-DARE-YOU-SAY-THAT?"

(2012)


Mittwoch, 18. September 2013

Ronaldinho: Des Fußballidols neue Zähne.

Brasilien bereitet sich vor: die Fußball-WM wird schön. (2013)



Ronaldinho: New teeth of a soccer idol.

Brazil prepares: the Soccer World Cup tournament is going to be beautiful. (2013)



Dienstag, 17. September 2013

Karikatur vom 17.09.2013.


Papa, was ist Politik?

 Politik ist das Spielfeld von
• BankenretterInnen und SparkontenvernichterInnen,
• StinkefingerzeigerInnen und auch sonst schlecht erzogenen MenschInnen,
• korrupten Karrieristen und notorischen SoziopathInnen,
• Allesversprechern und eiskalten WahlbetrügerInnen,
• KinderfickerInnen und das-war-damals-eben-so-Schwätzern,
• Privatkreditmauschlern, Günstlingen und SeilschaftlerInnen,
• Studienabbrechern und HochstaplerInnen,
• TitelbetrügerInnen, die zu fantastischsten Ausreden fähig sind,
• Handhebern, AlternativlosfinderInnen, Verbotsfetischisten und
  fachlich total inkompetenten parlamentarischen Durchwinknutten,
• Währungsaufzwingern, Weltentgrenzern und Wirtschaftszerstörern,
• StatistiklügnerInnen, Falschpropagandisten und Volksverdummern,
• Terrorzellenerfindern, Grundrechteabschaffern und BevormunderInnen,
• Demoskopiesalbaderern und WahlfälscherInnen,
• Steuerverschwendern, Schuldenbaggerführern und Steuerzahlerausplünderern,
• buckelnden Parteidomestiken, Schleimspursurfern und ArschkriecherInnen,
• Bundesschleimverdienstkreuzempfängern nach Parteiproporz,
• Lobbymarionetten und LustreisenkonsumentInnen,
• HurenböckInnen, TrinkerInnen und berufslosen Hartz-IV-AnwärterInnen,
• erfolgreichste-Bundesregierung-die-es-je-gab-SchönrednerInnen,
• Waffenschiebern, KriegstreiberInnen und Drohnenschlächtern,
• Drogenanbaubeschützern, die sich als Drogenbekämpfer ausgeben,
• Demokratiedarstellern und HeuchelkünstlerInnen in einer verkappten
  Diktatur, die den Deutschen einredet, sie allein seien schuld an allem Übel,
• Wissenschaftszuhältern, Gutachteneinkäufern und Klimawahnsinnigen,
• Sitzungsgeldkassierern und SitzungsschwänzerInnen,
• FrauInnen-zu-Männern-MacherInnen und MännerInnen-zu-Frauen-Machern,
• Galionsfiguren und Sockenpuppen unbekannter
  StrippenzieherInnen im europäisch-amerikanischen Hintergrund.

Aber Papa, das ist ja ekelhaft!

Ja! Gehe nie wählen, mein Sohn. Du machst dich sonst mitverantwortlich!

(2013)


Dad, what is politics?  

Politics is the playing field of


• Bank rescuers and destroyers of savings accounts,
• middle finger pointers and otherwise ill-bred people,
• corrupt careerists and notorious sociopaths,
• promise-all-they-want-guys and icy election fraudsters,
• children fuckers and it-was-then-just-so-babblers,
• private-credit-fiddlers, minions and cronies,
• university dropouts and impostors,
• title scammers who are capable of most fantastic pretexts,
• hand lifters, alternativelessness-finders, prohibition
  fetishists and hustling parliamentary through-wavers lacking any professional competence,
• currency upon-forcers, worldwide boundary-abolishers and economy destroyers,
• Statistics liars, wrong propaganda spreaders, people stultificators,
• inventors of terrorist cells, fundamental right abolishers and in-leading-string-keepers,
• public-opinion-spouters and election counterfeiters,
• tax wasters, public debt digger operators and taxpayer-looters,
• bowing and scraping political-party-domestics, slime surfers and brown-nosers,
• Federal Cross of Mucus-Merit recipients by political parties' proportional representation,
• lobby puppets and pleasure travel consumers,
• fornicators, drinkers and candidates for social security as they have no profession beyond politics,
• this-is-the-best-federal-government-this-country-ever-had-spin-doctors,
• arms dealers, warmongers and drones-deploying butchers,
• drug cultivation protectors, posing as drug fighters,
• democracy performers and high-level-hypocrites in a hidden dictatorship that permanently tries 
  persuading the Germans that they were solely responsible for all evil,
• fancy men of science, expertise buyers paying with tax money and climate madmen,
• attendance fee pocketers and session skippers,
• gender mainstreaming women-to-men-makers and men-to-women-makers,
• figureheads and sock puppets of unknown puppet masters in the European-American background.



But Dad, that's disgusting! 

Yes! Never go voting my son. Otherwise you'll make yourself responsible!

(2013)





Montag, 16. September 2013

Herbstboten.


Zwar schon, aber immer noch. Noch sind die die Bäume grün und die gelben Blätter in der verschwindenden Minderheit. Hier an einem Flensburger Straßenbaum im frühen September 2013.

Autumn messenger. Although yet, but still. The trees are still green and the yellow leaves in the tiny minority. Here on a roadside tree in Flensburg, northern Germany, in early September 2013.

Samstag, 14. September 2013

Ein seltsames Kaiserauge.


Im Kommandeursflügel der Marineschule Mürwik, Flensburg, an der östlichen Stirnseite des Säulenganges, rechts der Tür des Kommandeur-Dienstzimmers, hängt ein Gemälde des Malers Adolph Behrens, ausweislich des Signums unten links geschaffen im letzten Vorkriegsjahr 1913. Es zeigt den letzten deutschen Kaiser, Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen aus dem Hause Hohenzollern, der im Jahre 1888 als Wilhelm II. im Alter von 29 Jahren den Thron bestieg und im letzten Kriegsjahr 1918 abdankte. Er starb im dritten Kriegsjahr 1941 in Haus Doorn, seinem von ihm gekauften Herrenhaus im niederländischen Exil, woselbst er sich seit dem Jahr seiner Abdankung aufhielt und das er für den Rest seines Lebens nicht mehr verließ. Den 30 Jahren seines Lebens als Kaiser des Deutschen Reiches stehen mithin 23 Jahre im Exil gegenüber.

Das Bild zeigt den Kaiser in der Uniform eines Großadmirals der kaiserlichen Kriegsmarine, also des höchsten militärischen Ranges, den die Marine damals zu vergeben hatte. (Er entspricht dem des Generalfeldmarschalls im kaiserlichen Heer.) Der Rang ist abzulesen an dem einen breiten und den vier schmalen Ärmelstreifen darüber, Ärmelstreifen, die bis heute in der Marine "Kolbenringe" genannt werden. Je mehr Kolbenringe, desto höher der Rang. In seiner Rechten hält er ein Fernrohr, rot, mit in Gold ausgeführten rautenförmigen und ankerförmigen Ornamenten. In der anderen Hand hat er weiße Uniformhandschuhe.

Über die Geschichte des Bildes, darüber, ob es immer an dieser Stelle gehangen hat oder im Laufe der bis heute 100 Jahre seiner Existenz auch an anderer Stelle, ist mir nichts bekannt. Die Marineschule Mürwik wurde im Jahr 1910 durch Wilhelm II., den Dargestellten also, ihrer Bestimmung übergeben. Gut möglich, daß Behrens das Bild eigens für die Wand der Marineschule geschaffen hat und daß es seit damals an genau derselben Stelle hängt.

Das Bild kaschiert eine Behinderung, die Wilhelm II. zeit seines Lebens tragen mußte. Sein linker Arm war durch ein Mißgeschick, das während seiner Geburt eintrat, im Wachstum behindert und lebenslang immer kürzer als der rechte gewesen. Diesen Umstand hat der Maler vorliegend nicht berücksichtigt; hier sind beide Arme gleich lang dargestellt.

Die Kimm, die Horizontlinie des Meeres, verläuft genau in Höhe der Schultern Wilhelms. Ebendort zieht eine Flottille von vier dampfgetriebenen stählernen Kriegsschiffen, mächtig rauchend,  in Linie hinter ihm vorbei, wobei das das vorletzte als einziges von den vieren nach Steuerbord ausgiert, genau in Höhe seiner rechten Schulter.

Wilhelm steht vor einer perspektivisch im stumpfen Winkel abknickenden Reling (Geländer), die ihrer Darstellung nach keinen Aufschluß darüber zuläßt, ob er selbst sich an Bord eines Schiffes befindet oder an Land.

Adolph Behrens, der Maler dieses Bildes, lebte dem Vernehmen nach von 1865 bis 1914. Wir sehen hier also eines seiner Spätwerke. Er sei als Autodidakt Maler, Graphiker und Illustrator gewesen und habe in Hamburg und New York Wohnsitze gehabt. Seine Lebensspanne betrug demzufolge 49 Jahre; viel größer hingegen war die des von ihm hier malerisch dargestellten Mannes: 82 Jahre. Ob Behrens 1914 durch Kriegseinwirkung starb, womöglich als Soldat, war bis dahin nicht zu ermitteln, es liegt rein spekulativ aber im Bereich des Möglichen.


Anlaß zu dieser Besprechung gibt mir die eigenartig unbeholfene Ausführung des linken Auges. Es wirkt aus der Entfernung betrachtet platt und unplastisch, in völliger Abweichung zu dem gekonnt-eleganten Malstil des übrigen Werkes. Wenden wir uns dieser Gemäldepartie näher zu.


Die Rauchfahnen der beiden vorderen Schiffe, die im Hintergrund vorbeifahren, bilden mit ihren Achsen einen Winkel, dessen Spitze in genau dem erwähnten linken Auge liegt. Der Maler hat diesen Punkt des Bildes mithin weitausholend betont. Interessant ist nicht nur, daß die Iris seines linken Auges deutlich größer als die Iris des anderen ist. Sondern es ist auch bemerkenswert, daß dieses linke Auge in seiner Horizontalachse auffallend zu derjenigen seines rechten Auges nach oben versetzt ist. Die Fotos des Kaisers aus dieser Zeit lassen die Vermutung unmittelbar ausscheiden, es habe sich um eine anatomische Besonderheit seines Gesichts gehandelt, die der Maler hier lediglich naturtreu wiedergegeben habe. Nein, es ist eine mutwillige, naturabweichende Gestaltung des Künstlers. Warum? Es läßt sich freilich einwenden, daß Behrens es mit dem natürlichen Beschaffensein seines Modells, wie bezüglich des linken Arms weiter oben schon erwähnt, auch nicht so genau genommen hat. Aber nähern wir uns dem rechten Auge noch weiter:


Oben sehen wir das Gesicht im Bildausschnitt in Großaufnahme. (Alle Bilder auf diesen Seiten können durch Anklicken vergrößert betrachtet werden). Nicht nur ist, wie eben schon erwähnt, die linke Iris unverhältnismäßig größer als seine rechte Iris ausgeführt. Wie wir hier sehen, hat die rechte Pupille zudem eine vollkommen abnorme Form. Es scheint sich um eine Art Doppelpupille zu handeln, ein Pupillenschwarz, das, wie die Iris selbst, in seiner äußeren Kontur vom Rundzustand weg deformiert ist und mitten hindurch eine Irisbrücke aufweist. Daß Behrens Augäpfel malen konnte, zeigt das rechte, normale Auge. Warum nicht beim linken? In großer Eile fertiggestellt? Keine Lust mehr gehabt? Oder eine versteckte Symbolisierungsabsicht?

Im Weichbild und zugegeben mit etwas Phantasie erinnert die Gestaltung der linken Iris an einen Totenschädel. Totenschädel im Auge?

Das ist ein Motiv, das etwa der niederländische Künstler M. C. Escher (1897-1972) im Jahr 1946 in ähnlicher Weise ausgeführt hat. Wollte sich Behrens einen ebensolchen bildlichen Bruch erlauben? Wenn ja, warum? Kaum vorstellbar, daß er sich einfach-mal-so dazu erkühnte, seinen obersten Landesherrn in diesem Punkte nachgerade karikierend darzustellen.

Allerdings war es ja durchaus so, daß Wilhelm II. als Uniformträger Totenkopf-Embleme mit sich herumgetragen hat, sehr deutlich sogar. Die Frage nach den künstlerischen Absichten bei der Darstellung des rechten Kaiserauges indes muß hier - wenig überraschend - unbeantwortet bleiben; sie ist wohl auch nicht mehr zu lösen. Echte Aufklärung würde insoweit nur eintreten, wenn sich eine Handschrift, etwa ein Tagebuch des Malers Behrens auffinden würde, dem explizite Ausführungen zu diesem Gemälde zu entnehmen sind.

Beschließend kann immerhin vorsichtig vermutet werden, daß die Malweise des Auges bei den (zahlenden? auftraggebenden?) Empfängern wohl zur Ablehnung des Werkes oder zur Aufforderung nach Überarbeitung keinen Anlaß gab. Auch heute bietet sie keinen Grund zur Beanstandung. Das Gemälde hängt an prominenter Stelle in der Marineschule Mürwik, direkt zuseiten eines handsignierten Befehls Wilhelms II. "An die Fähnriche der Marineschule" vom 21. November 1910.

Am Rande: die Narbe unter dem rechten Augenwinkel ist penibel nach der Natur gemalt. Sie rührte, so die Literatur, von einer Wurfattacke her. Bei der Besichtigung einer Werft soll ein wütender Arbeiter aus der Menge heraus mutwillig ein Metallstück auf den Kaiser geworfen haben, das ihn an genau dieser Stelle traf.

Gemälde, überhaupt gestaltete Bildwerke, verdienen immer einen zweiten, fünften, zehnten Blick. Man muß das leisten, wenn man verstehen will.

(Fotos von 2013).

"Sind denn die Amerikaner besser als wir?"


Fiktives Gespräch des Autors mit einem Bundesminister der Verteidigung im Anschluß an eine Vereidigungszeremonie an der Marineschule Mürwik, Flensburg. Die frei erfundene Szene spielt irgendwann Anfang der 1990er Jahre.

Eine Vielzahl Personen steht in der unmittelbaren Umgebung, darunter soeben vereidigte Marine-Offizieranwärter und deren zur Vereidigungszeremonie angereiste Verwandte. Die Zeremonie ist vor etwa 15 Minuten zu Ende gegangen. Die Soldaten, Verwandten und eingeladenen Gäste stehen informell in losen Grüppchen auf dem Gelände verteilt. Wir sehen hier die Terrasse vor dem Remter, dem Speisesaal der Marineschule, von wo man einen prachtvollen Blick auf die Flensburger Förde, einen Meeresarm der Ostsee, hat.



Der Minister unterhält sich mit einigen jungen Soldaten und ihren Eltern. Fragt nach deren Herkunft, Smalltalk. Ich spreche ihn an, als er mir gerade den Rücken zukehrt.

Herr Minister?

(Dreht sich um.) Ja?

Wiedenroth mein Name. Gestatten Sie eine Frage zu Somalia? (Händeschütteln).

Ja ... na ... da schicken wir aber keine Marine hin (lacht, sieht in die Runde, späht nach Mitlachern, sieht mich wieder an, nickt, als Aufforderung, die Frage zu stellen).

Gibt es ein Abbruchkriterium für den Somaliaeinsatz (der Bundeswehr)?

(Stutzt) Nein, wozu? ... Wo kommen Sie her? Was machen Sie beruflich?

Ich bin in der Wirtschaft tätig.

(Schüttelt den Kopf) Nee, also ... dann sage ich jetzt natürlich nichts dazu ...  sind denn die Amerikaner besser als wir? ... ich weiß nicht, wann Schluß ist ... darüber denken wir gar nicht nach!

Ist das in Somalia also eine open-end-Veranstaltung?

Open end. Was heißt open end. Das warten wir ab. Ok! (Setzt sich während dieses Satzes in Bewegung, winkt heftig ab, verläßt die Szene, steigt mit seinen Begleitpersonen die Treppenstufen der Terrasse hinab.)

(Farbzeichnung von 2013).



"Are the Americans any better than us?"

Fictitious conversation between the author and a German Federal Minister of Defence, following a swearing-in ceremony at the Marineschule Mürwik (German Naval Academy), Flensburg. The entirely fictional scene takes place sometime in the early 1990s.

A large number of people in the immediate area, including just sworn-in officer candidates and their relatives who traveled here in order to attend the swearing-in ceremony. The ceremony came to an end about 15 minutes ago. The soldiers, relatives and invited guests are distributed informally in small groups loosely all over the grounds. We see here the terrace in front of the refectory, the dining room of the Naval Academy, from where one has a splendid view of the Flensburg Fjord, a firth of the Baltic Sea.

The Minister talks to some young soldiers and their parents. Asks about their origin, smalltalk. I address myself to him, just as he turns his back on me.

Mr. Minister?

(Turns around.) Yes?

Wiedenroth my name. Allow a question about Somalia? (Shaking hands).

Yes ... well ... but we won't send the Navy there. (Laughs, looks around, peering for laughs on his remark, looks back at me, nods, as an invitation to ask the question).

Is there a termination criterion for the Somalia-deployment (of German Army Bundeswehr)?

(Hesitates.) No, what for? ... Where are you from? What do you do?

I'm working in business.

(Shaking his head) No, so ... I'll say now, of course, nothing more ... are the Americans any better than us? ... I don't know when the end is ... we don't even think about that at all!

Is the deployment in Somalia an open-end event, so?

Open end. What's open end. We'll wait and see. Ok! (Sets himself in motion while speaking this phrase, waves violently, leaves the scene, descends the steps of the terrace, accompanied by his escort.)

(Color drawing of 2013).

Gesundheit. Hygiene. Juckreiz. Fußpilz.


Health. Hygiene. Itching. Athlete's foot. (2003).

Gesundheitswesen. Krankenversicherung. Mathematik.

1
Kfz-Unfall. "Bei Ihrem Schadenverlauf müssen wir jetzt Ihren Beitrag erhöhen  - das sind wir der Versichertengemeinschaft schuldig."

2
Haus brennt ab. "Bei Ihrem Schadenverlauf müssen wir jetzt Ihren Beitrag erhöhen  - das sind wir der Versichertengemeinschaft schuldig."

3
Raucher, übergewichtig, bewegungsarm. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) beruhigt ihn:  "Bei Ihrem Schadenverlauf bleibt Ihr Kassenbeitrag natürlich unverändert - Ihr Gehalt ist ja gleich geblieben. Das ist Ihnen die Versichertengemeinschaft schuldig!

Zweierlei Versicherungsmathematik.

(2006)



Healthcare. Health insurance. Mathematics.

1
Motor vehicle accident. "In respect of your claims history we must now increase your contribution - that we owe the insured community."

2
House burns down. "In respect of your claims history we must now increase your contribution - that we owe the insured community."

3
Smoker, overweight, sedentary. Federal Health Minister Ulla Schmidt (SPD) reassures him: "In respect of your claims record your cash contribution remains unchanged, of course - as your income has remained the same. That is the insured community owes you! 

Two kinds of insurance mathematics. 

(2006)

Donnerstag, 12. September 2013

Ökologismus und Automobil.

Ökofaschistische politische Kraftfahrtreinigungsanlage: Waschabteilungen mit den planetenrettenden Kampagnen Anti-SOx, Anti-NOx (angebliches Waldsterben, Katalysatoreinführung), Anti-Ozon (angebliches Ozonloch über dem Südpol), Anti-Feinstaub (Einführung bunter Diskriminierungs-Plaketten für die Windschutzscheibe), Anti-CO2 (angeblich menschengemachte angebliche globale Klimaerwärmung, Einführung Elektromobilität) und Anti-Überhaupt. Bis am Ende alle Autofahrer aus Umwelt- und Planetenschutzgründen nur noch mit einem Lenkrad in der Hand herumlaufen. Zurück zur Natur. (2007).

Eco-fascist political carwash: Washing departments with planet-saving campaigns anti SOx, anti NOx (alleged deforestation, catalyst introduction), anti-ozone (alleged ozone hole over the South Pole), anti-particulate matter (introduction of coloured discrimination plaques for the windshield), anti-CO2 (allegedly manmade alleged global warming, introducing electric vehicles) and anti-whatsoever. Until in the end all motorists run around only with a steering wheel in their hands for environmental and planetary protection reasons. Back to nature. (2007).

Mittwoch, 11. September 2013

Conny Zuseh: Ertappt durch Bildmustersuche im Internet.

Der Chef wendet sich an seinen Untergebenen Conny Zuseh, der nicht weiß, wie ihm geschieht. Auf dem Bildschirm hat der Chef mit wenigen Mausklicks Fotos gefunden, die Conny in unvorteilhaften Situationen zeigen. Durchsuche Internet nach Bildmuster. Zeit: letzter Monat. 4 Treffer.

"Sie wirken übernächtigt ... Zuseh! Auch im Privatleben sind Sie Repräsentant unserer Firma!!" (2009).



The Chief turns to his subordinate Conny Zuseh who does not know what hits him. On the screen, the boss has found photos with a few clicks, showing Conny in unfavorable situations. Screen reads: Browsing internet for image pattern. Time: last month. 4 results.

"You seem to be tired-out ... Zuseh! Even in private life you are representative of our company!" (2009).




Montag, 9. September 2013

Aumühle bei Hamburg. Bildhauerei. Kolonialzeitdenkmal.



Abseits der Alten Schulstraße, am Mühlenteich und etwas versteckt, steht in Aumühle am Rande des Sachsenwaldes ein Denkmal mit einer Dreipersonengruppe. Im Vorbeifahren sieht man es nicht. Es ist dem Vernehmen nach das "Deutsch-Ostafrika-Gedächtnismal" des Bildhauers Walter von Ruckteschell (laut Wikipedia-Lexikon lebte er von 1882 bis 1941).

Wir sehen in der Mitte, offenkundig als Hauptperson gemeint, einen europäisch anmutenden Mann mit Tropenhelm auf dem Kopf, der ein Gewehr in der linken Hand hält, als sei er auf Jagd oder im Gefecht. Er trägt kurze, kniefreie Hosen und einen lässig-offenen Hemdkragen. Seine Waden scheinen umwickelt. Am Gürtel trägt er Patronentaschen und einen Dolch mit Portepee, was ihn als Offizier oder Unteroffizier, jedenfalls als Soldaten ausweist. Beide Arme hält er angewinkelt, das rechte, etwas vorgestellte Bein ebenfalls, das linke Bein hingegen verkrampft zu einer Geraden durchgedrückt. Der Oberkörper knickt im stumpfen Winkel von der Senkrechten nach rechts ab. Seine rechte Hand hat er zum vorderen Helmrand geführt, als wolle er zur besseren Beobachtung das Gesicht gegen die Sonne abschirmen, zusätzlich zum Sonnenschutz, den der weit vorkragende Helmrand ohnehin schon bietet. Seine Haltung wirkt insgesamt unnatürlich, bemüht und linkisch.

Rechts hinter ihm, also nicht gleichrangig, steht ein afrikanisch anmutender Soldat in ganz anders ausgeführter Uniform, mit zylindrischer Kopfbedeckung und daran befestigtem Nackentuch. Auch er hält ein Gewehr in seiner Linken, mit der rechten, militärisch ausgestreckten Hand scheint er den Europäer auf irgendetwas in der Ferne voraus hinzuweisen. Ein Problem, das er nur mit der Hilfe des anderen lösen kann? Eine Jagdbeute? Feindliche Formationen? Am Gürtel trägt er zwei Patronentaschen; seine Jacke ist hochgeschlossen. Sein rechtes Bein hat er, wie sein Nachbar, vorgesetzt, allerdings viel deutlicher. Er trägt knielange Hosenbeine im Knickerbocker-Stil, dazu Kniestrümpfe oder Schaftstiefel. Die Durcharbeitung der Skulptur ist zu gering, um dieses entscheiden zu können.

Beide Gewehrträger sind an einen kniehohen Baumstumpf gelehnt, dessen Rindenstruktur aufwendig herausgearbeitet ist.

Links hinter dem Tropenhelmträger sitzt ein weiterer afrikanisch anmutender Mann, seinen linken Unterarm auf ein zylindrisches Gebilde gestützt. Ein aufgerollter Teppich? Ein gewickelter Tuchballen? Auf dem Kopf trägt dieser Mann einen Turban, ein gewickeltes Tuch. Er hat die Knie hochgezogen, und auf sein rechtes Knie hat er seine rechte Hand gelegt, Daumen und Zeigefinger weisen bei beiden Händen nach unten. Dieser Mann ist halbnackt, er trägt vom Hals abwärts nur einen knielangen Tuchrock. Den rechten Fuß hat er flach auf dem Boden aufgesetzt, den linken mit der Sohle gegen den rechten Fuß gestellt. Seinen Kopf hat er nach links gewendet. Er nimmt am Geschehen zu seiner Rechten keinen Anteil, wirkt passiv und desinteressiert, fast ein wenig niedergeschlagen. Erschöpft vielleicht? Hat er die Rolle zu seiner Linken lange getragen und ruht sich jetzt aus? Hat er den Tropenhelmträger und den afrikanischen Soldaten an die Stelle begleitet, von der aus jetzt in die Weite geschaut wird?

Wozu brauchen die beiden Uniformierten ihn, mit seiner Rolle, dort, wo sie jetzt stehen? Oder ist er nur allegorisches Beiwerk, das irgendwie verdeutlichen soll, worum es den beiden Gewehrträgern überhaupt geht? Um Tuchballen? Um Handelsware? "Kolonial-Waaren", wie man damals sagte?

Alles unklar.

Geschichtliche und politische Aspekte der Kolonialzeit sollen an dieser Stelle nicht besprochen werden. Es gilt hier lediglich aufzuzeigen, wie die offenbar verfolgte Absicht des Bildhauers, eine Aussage, eine Botschaft zum Thema zu vermitteln, künstlerisch restlos verfehlt wurde. Die Gruppe mag unter Gesichtspunkten eines abseitigen persönlichen Geschmacks dekorativ sein - irgendwas mit Kolonialzeit, bitte, oder auch drei Meter Bücher mit hübschem Rückeneinband -, mich hingegen hat sie rätselnd zurückgelassen. (2013).

Freitag, 6. September 2013

Urlaub: Autoreise nach Paris.

In Sichtweite des Eiffelturms angekommen, bemerken die Autoreisenden, daß ihrem Wagen ein Rad fehlt. Ein mobiltelefonischer Anruf bringt Gewißheit: "Unsere Nachbarn zuhause sagen, daß wir das Rad schon vor ihrem Haus verloren haben! - Hättest du mal lieber einen Urlaubscheck machen lassen!" Der so ermahnte Fahrer gibt nörgelnd zurück: "Und was hätten die mir beim Autocheck gesagt? Mit dem Auto kommen sie so nie bis Paris, hätten die gesagt!" (2013).

Arrived within sight of the Eiffel Tower, the car travelers notice that their car is missing a wheel. A mobile call brings certainty: "Our neighbors at home to say that we have lost the wheel already in front of their house - Would you rather have made a holiday check!" That way admonished driver is nagging back: "And what would they have told me at car check? With that car you will never arrive at Paris, they would have said!" (2013).

Donnerstag, 5. September 2013

Datenschutz im Prisma: eine staatliche Kultur der Lüge.

Im Autokino. Der Filmton wird per Radiofrequenz übertragen. Hier aber kommt etwas anderes als Begleitmusik aus dem Lautsprecher der Zuschauer: "Du bespitzelst die Fahrer in der ersten Reihe - ich die in der zweiten!" -- "Verstanden!".  Über der Szenerie kreisen zwei Hubschrauber, die im Dienste der Dienste der geliebten Befreiernation USA stehen: CIA und NSA. Die Zuschauer wundern sich: "Also irgendetwas stimmt mit der Funkfrequenz für den Filmton nicht!" Wie überhaupt etwas mit der Frequenz der vielgerühmten Grundrechte im freiheitlichsten Staat auf deutschem Boden seit jeher nicht stimmt. In den Artikeln 1 bis 19 des Grundgesetzes, in denen die "Grundrechte" bestimmt werden, geht es immer schön im Rhythmus "hat das Recht/ ist gewährleistet" - wumm - wumm -wumm- "Einschränkungen sind .../ das Nähere regelt ein Gesetz"- wumm - wumm -wumm".  Artikel 15 - Überführung von Privatbesitz in Gemeineigentum, vulgo Verstaatlichung. DDR? Nix da, BRD! Bemerkenswert ist auch Artikel 19, Satz 2: "In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden." Was der Wesensgehalt im einzelnen genau ist, legen im Zweifel die dunklen Mächte, die mit US-, CI- und NS- anfangen, fest. Einigkeit im Recht zum Freiheitsentzug. Eine staatliche Kultur der Lüge. Nicht erst seit Mollath. (2013).

In the drive-in. Movie audio is transmitted via radio frequency. But here comes something different than accompanying music from the speakers of the audience: "You spy upon the driver in the front row - I upon those in the second!" - "Got it". Two helicopters are hovering above the scene, at the service of the services of the beloved liberator's nation USA: CIA and NSA. The audience is wondering, "So there's something wrong with the radio frequency for the film sound!" Like anything has always been wrong with the frequency of the fundamental rights in the acclaimed freest state on German soil ever. In Articles 1 to 19 of the Basic Law, in which the "fundamental rights" are determined, it goes always nice along to the rhythm "has the right / is guaranteed" - thump - thump-thump -"restrictions are only / is further regulated by a law" - wham - wham - wham". Article 15 - transfer of private property to public ownership, commonly known as nationalization. GDR? No you don't - FRG! However, remarkable is Article 19, sentence 2:" In no case may a basic right be infringed in its essence." What that essence is in detail, however,  in case of doubt is set by the dark powers, whose names begin with US-, CI- or NS-. Modified motto of German national anthem: unity in the right of deprivation of liberty. A national culture of lying, not only since the case of one Mr. Mollath who was incarcerated for seven years in a forensic psychiatry in Bayreuth due to bad and unlawful jurisdiction practice. (2013).

Dienstag, 3. September 2013

Weshalb Sie unbedingt wählen gehen sollten.

Demokratie. Es ist so wichtig für sie, daß die Wahlberechtigten ihr Stimmrecht wahrnehmen. Daß sie sich informieren, was die Ziele der Parteien sind und sich dann für eine entscheiden. Wahlkampf 2005: Die SPD wollte, daß der Mehrwertsteuersatz nicht verändert wird - und wurde wohl von nicht wenigen Stimmberechtigten gerade deshalb gewählt. CDU und CSU plädierten dagegen für eine Erhöhung um zwei Prozentpunkte. Nach der Wahl traten die genannten Parteien in eine "Große Koalition" ein und einigten sich nach zähen Verhandlungen auf eine Erhöhung um drei Prozentpunkte. Der dem Wähler und Steuerzahler gegenüber wirksame demokratische Verschaukelungs- und Verhöhnungsfaktor schoß hingegen raketengleich durch die Decke und zeigt seitdem eine stabil steigende Tendenz -- übrigens umgekehrt proportional zur Bereitschaft, überhaupt noch an irgendwelchen "Wahlen" teilzunehmen. Franz Müntefering: "0%  Mehrwertsteuererhöhung -- oder ich gehe sofort!" Angela Merkel: "Auf keinen Fall! 2%!" Franz Müntefering: "Kompromißvorschlag: 3%!" Angela Merkel: "Na schön! Weil Sie es sind!" (2006).

Why you should absolutely go to the polls. Democracy. It is so important for her that voters exercise their right to vote. That they inform themselves, what the objectives of the parties are and then choose one. Election 2005 in Germany: The SPD wanted the VAT rate not changed - and was probably chosen by quite a few voters precisely for that reason. CDU and CSU on the other hand argued for an increase of two percentage points. After the election, these parties entered into a "grand coalition" and agreed after long negotiations on an increase of three percentage points. The democratic taking-for-a-ride-and-ridiculing-factor that is effective against voters and taxpayers, however, rocketed through the ceiling and shows a steady upward trend since then - by the way inversely proportional to the willingness to participate at all in any of these "elections". Franz Müntefering: "0% tax increase - or I'll go away!" Angela Merkel: "In no case. 2%!" Franz Müntefering "Compromise proposal: 3%!" Angela Merkel: "Well since you're it!" (2006).

TV-Duell Schröder-Stoiber. Bundestagswahl 2002.

Aus den Lautsprechern über den Parteizentralen von Union und Rot/Grün dringt Siegesjubeln. Kanzlerkandidat Edmund Stoiber zu Bundeskanzler Gerhard Schröder, als beide gerade das Fernsehstudie verlassen: "Das eigentliche Duell beginnt ja erst jetzt!" (2002).

From the speakers on the party headquarters of Union and Red / Green comes victory cheer. Chancellor candidate Edmund Stoiber says to Federal Chancellor Gerhard Schröder, as both just leave the television study: "The real battle begins only just now!" (2002).